Über zwanzig Burgen und Schlösser. So viele habe ich über die Jahre für diesen Blog abgeklappert, manche ein einziges Mal, andere zu jeder Jahreszeit. Und trotzdem fragen mich die Leute fast immer nur nach einer: Burg Hohenzollern. Verständlich, sie ist das Postkartenmotiv schlechthin. Aber die Alb kann so viel mehr. Ein Märchenschloss über der Donau, bei dem mir jedes Mal das Herz aufgeht. Eine Ruine, auf der du an einem Sommerabend mutterseelenallein sitzt. Eine Stauferburg mit eigenem Burgcafé. Hier kommt mein kompletter Überblick, sortiert nach Talregionen, damit du dir deine eigene Burgen-Tour zusammenstellen kannst. Schnall dich an, das wird eine lange Reise quer über den Albtrauf.

Burg Hohenzollern auf 855 Metern. Das bekannteste Bauwerk der Alb, und für mich nach all den Jahren immer noch ein Anblick, der beeindruckend wirkt.
Inhaltsverzeichnis
- Warum die Alb das Land der Burgen ist
- Die drei berühmtesten: Hohenzollern, Lichtenstein, Sigmaringen
- Großes Lautertal: das stille Tal der Burgen
- Bad Urach und der mittlere Albtrauf
- Donautal: Geheimtipp über dem Fluss
- Die Ostalb rund um die Drei Kaiserberge
- Meine Tipps für deine Burgentour
- Häufige Fragen zu den Burgen der Schwäbischen Alb
- Welche Burg auf der Schwäbischen Alb ist die schönste?
- Welche Burgen kann man kostenlos besuchen?
- Welche Burg eignet sich am besten für Kinder und Familien?
- Kann man auf einer Burg der Schwäbischen Alb einkehren oder übernachten?
- Wann ist die beste Zeit für einen Burgenbesuch?
- Wie komme ich zur Burg Hohenzollern?
- Welche Burgen liegen im Großen Lautertal?
- Mein Fazit zu den Burgen der Alb
Warum die Alb das Land der Burgen ist
Das hat mit dem Stein zu tun. Der Albtrauf, diese steile Nordkante des Gebirges, liefert von Natur aus genau das, was ein mittelalterlicher Bauherr brauchte: harte Weißjura-Felsen, schwer angreifbar, mit weitem Blick ins Vorland. Wer Macht hatte, baute hier oben. Die Staufer taten es, die Grafen von Württemberg, dazu unzählige kleinere Adelsgeschlechter. Auf engstem Raum entstand eine der dichtesten Burgenlandschaften Mitteleuropas.
Dass heute so viele nur noch als Ruine dastehen, ist kein Zufall. Es wurde geschleift, gesprengt, gebrandschatzt, vor allem im Dreißigjährigen Krieg. Andere Burgen verfielen einfach, als sie ihren Zweck verloren hatten. Übrig bleibt eine Mischung, die ich auf der Alb sehr mag: ein paar komplett erhaltene Schlösser zum Besichtigen, und daneben Dutzende frei zugängliche Ruinen, bei denen du ohne Eintritt und ohne Absperrband zwischen jahrhundertealten Mauern stehst. Wind, Aussicht, Stille. Mehr braucht es oft nicht.
Ausflugsziele & Ausflüge
Hier findest Du die meiner Meinung nach schönsten Ausflugsziele auf der Schwäbischen Alb. An allen Orten bin ich selbst mehrfach gewesen. Die Schwäbische Alb bietet einige Sehenswürdigkeiten, die Du unbedingt entdecken solltest. Wir sehen uns, auf der wunderschönen Schwäbischen Alb.
Die drei berühmtesten: Hohenzollern, Lichtenstein, Sigmaringen
Wenn du nur drei Schlösser der Alb besichtigen willst, dann diese. Alle drei in sehr gutem Zustand, alle drei begehbar, alle drei das Eintrittsgeld wert.
Burg Hohenzollern

855 Meter hoch, auf dem Zollerberg zwischen Hechingen und Bisingen. Stammsitz des preußischen Königshauses und vermutlich das meistfotografierte Bauwerk Süddeutschlands. Mein praktischer Tipp: Den ersten, untersten Parkplatz lässt du links liegen, sonst läufst du steil nach oben und das ziemlich weit. Fahr hoch zum Hauptparkplatz, von dort bringt dich ein Pendelbus (bequem hinauf. Innen wartet preußische Geschichte zum Anfassen, draußen der berühmte Rundblick. Alles zu Geschichte, Anfahrt und meinen Bildern steht im Beitrag zur Burg Hohenzollern.
Mein Tipp: Für nur 10 Euro könnt ihr auf dem Wohnmobilstellplatz direkt unter der Burg übernachten. Parken könnt ihr hier auch für aktuell 5 Euro.
Schloss Lichtenstein

Zwischen 1840 und 1842 gebaut, neugotisch, auf 817 Metern direkt über der Felskante. Kein echtes Mittelalter also, sondern die romantische Schwärmerei des 19. Jahrhunderts, inspiriert von Wilhelm Hauffs Roman. Trotzdem, oder gerade deshalb, wirkt das Märchenschloss Württembergs wie aus dem Bilderbuch. Vom Schloss aus starten dazu richtig gute Wanderungen, etwa zur Nebelhöhle oder durch den Burgwald zur Bärenhöhle. Mehr im Artikel über Schloss Lichtenstein.

Schloss Lichtenstein klebt förmlich an der Felskante. Mein Tipp: Geh die kurze Runde zum gegenüberliegenden Aussichtspunkt, von dort hast du das ganze Schloss im Bild.
Schloss Sigmaringen

Das Hohenzollernschloss Sigmaringen thront auf einem steil aufragenden Kalkfelsen hoch über der jungen Donau. Eine der imposantesten Schlossanlagen Deutschlands, Sitz der schwäbischen Linie der Hohenzollern, mit einer riesigen Waffen- und Rüstkammer im Inneren. Ehrlich gesagt geht mir hier jedes Mal das Herz auf. Ein traumhaft schöner Ort. Einmal im Jahr muss ich hin, das ist bei mir inzwischen Pflicht. Den ganzen Beitrag findest du bei Schloss Sigmaringen.

Schloss Sigmaringen über der Donau. Definitiv unter meinen Top 3.
Großes Lautertal: das stille Tal der Burgen
Das Große Lautertal ist einer meiner absoluten Favoriten. Nicht nur wegen der vielen Burgen. Das Tal selbst ist einfach traumhaft schön. Auf rund 37 Kilometern Flusslänge reihen sich hier 18 bis 20 Burgen und Burgstellen aneinander, weshalb man das Tal zu Recht die Perle der Schwäbischen Alb nennt. Die Lauter schlängelt sich durch Wacholderheiden, vorbei an steilen Felswänden und dichten Wäldern. Im Frühling erblüht das Wolfstal in einem Meer aus Märzenbechern. Wenig los, viel Natur. Wenn ich jemandem die echte Alb zeigen will, fahre ich hierher. Mehr im Beitrag zum Großen Lautertal.

Das Große Lautertal bietet von den Burgen fantastische Aussichten. So sieht für mich die schönste Seite der Alb aus, und genau zwischen diesen Hängen versteckt sich eine Burg nach der anderen.
Burg Hohengundelfingen

Das ist sie, meine Lieblingsburg. Auf der Burg Hohengundelfingen zu stehen, an der alten, frei zugänglichen Ruine, mit diesem wundervollen Blick über das Lautertal: Das ist schon etwas ganz Besonderes. Vom über zehn Meter hohen Bergfried schaust du auf den Sonnenuntergang. Und gerade wenn du abends herkommst, ist es oft komplett leer, zumindest unter der Woche. Denn um herzukommen, musst du ein Stück laufen, und das ist nun mal nicht jedermanns Sache. Die Anlage ist Privatbesitz, das Betreten bis auf Widerruf erlaubt. Vom Wanderparkplatz sind es rund 800 Meter, ausgeschildert ist fast nichts, also einfach dem Hauptweg geradeaus folgen. Gegenüber liegt die Burg Niedergundelfingen. Hier geht es zur Burg Hohengundelfingen.

Burg Hohengundelfingen über dem Großen Lautertal. Am späten Nachmittag bekommst du das beste Licht und meistens deine Ruhe.
Burgruine Hohenhundersingen

Nur ein Stück weiter, auf einem steilen Felssporn, sitzt die Burgruine Hohenhundersingen. Erbaut von den Herren von Hundersingen im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. Ihr Bergfried aus Buckelquadern misst gerade mal vier auf fünf Meter, kleiner als bei den meisten Albburgen, und im Inneren gab es einst eine winzige Kapelle. Den heutigen Zugang über eine Eisentreppe legte man erst 1898 an, vorher kam man nur über eine Leiter durch ein sechs Meter hohes Rundbogentor hinein. Mehr zur Burgruine Hohenhundersingen.

Der wuchtige Buckelquader-Bergfried der Hohenhundersingen ist nicht zugänglich, aber die Plattform davor (siehe Foto oben). Von hier oben schaust du direkt in die Flussschleife der Lauter.
Burg Derneck
Burg Derneck reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, damals noch unter dem Namen Degeneck. Sie sitzt auf einem 655 Meter hohen Bergsporn, mit einem grandiosen Blick übers Lautertal. Heute gehört sie dem Schwäbischen Albverein und beherbergt ein bewirtschaftetes Wanderheim, ein idealer Stützpunkt für mehrtägige Touren. Manchmal gibt es hier sogar eine Nacht der Sagen und Legenden, bei der Geschichtenerzähler die alten Mauern zum Leben erwecken. Details im Beitrag zur Burg Derneck.

Burg Derneck mit ihrem weißen Fachwerkhaus vor der Schildmauer. Hier kannst du einkehren und sogar übernachten.
Burgruine Bichishausen

Klein, malerisch, mitten im Tal. Die Ruine Bichishausen liegt hoch über dem gleichnamigen Dorf, das zur Gemeinde Münsingen gehört. Über eingebaute Treppen kommst du bis in den oberen Bereich des alten Gemäuers, und von dort schaust du direkt auf die Große Lauter und den Ort hinab. Frei zugänglich, jederzeit. Ein netter kurzer Abstecher, der sich gut mit dem Premiumweg hochgehbürzelt verbinden lässt. Hier geht es zur Burgruine Bichishausen.

Die Ruine Bichishausen über dem Tal. Über die eingebauten Treppen kommst du bis ganz nach oben.
Wanderungen
Hier findest Du meine Wanderungen auf der Schwäbischen Alb mit genauer Streckenbeschreibung, Fotos und teilweise auch Videos. Natürlich auch eine Karte der Anfahrt.
Bad Urach und der mittlere Albtrauf

Rund um Bad Urach ballt sich Burgengeschichte auf engstem Raum. Hier kannst du Ruine und Wasserfall an einem Tag verbinden, oder gleich eine ganze Burgenrunde am Trauf drehen. Dazu ist ein kurzer Ausflug zum Uracher Wasserfall immer eine gute Idee.
Burg Hohenurach

Hoch über Bad Urach, rund 40 Kilometer von Stuttgart. Ab dem 16. Jahrhundert diente die ausgebaute Festung als Staatsgefängnis, hier saß unter anderem der Tübinger Professor Nicodemus Frischlin (1547 bis 1590) ein. Die Ruine ist das ganze Jahr frei zugänglich und meist herrlich ruhig. Faszinierend finde ich das zugängliche „Verlies“. Verbinde den Aufstieg mit dem Uracher Wasserfall, das ergibt einen der schönsten Tagesausflüge der Alb. Alles dazu bei der Burg Hohenurach.

Die Festungsruine Hohenurach über Bad Urach. Einst Staatsgefängnis, heute ein ruhiges Wanderziel mit Aussicht.
Residenzschloss Urach
Unten in der Stadt steht das Gegenstück: das Residenzschloss Urach, 1443 unter Graf Ludwig I. während der württembergischen Landesteilung erbaut. Eines der spätmittelalterlichen Schlösser Württembergs, und der Goldene Saal ist der Star unter den historischen Innenräumen, ein Prunkraum, der seinem Namen alle Ehre macht. Wer Hohenurach erwandert, sollte hier unten unbedingt noch reinschauen. Mehr zum Residenzschloss Urach.

Das Residenzschloss mitten in Bad Urach. Drinnen wartet der Goldene Saal, für mich das Highlight des Hauses.
Ruine Reußenstein
Wenn eine Ruine auf der Alb dramatisch ist, dann diese. Der Reußenstein klebt förmlich an der Felskante hoch über dem Neidlinger Tal. Vom Wanderparkplatz auf 764 Metern sind es nur rund 700 Meter bis direkt an die Ruine. Frei zugänglich, ein echter Klassiker. Geh bei klarer Luft, der Fernblick ist das halbe Erlebnis. Mehr zur Ruine Reußenstein. Der einzige Nachteil: Die Reußenstein ist sehr beliebt geworden, so dass man sich am Wochenende die romantische Ruine mit einigen Leuten teilen muss. Wer kann, sollte unter der Woche kommen, und den Sonnenuntergang von hier aus genießen.

Die Ruine Reußenstein über dem Neidlinger Tal. Der kurze Weg vom Wanderparkplatz lohnt sich für diesen Tiefblick jedes Mal.
Burgruine Rauber oder Diepoldsburg

Zwei Namen, eine spektakuläre Felsenburg. Die Ruine in der Nähe der Teck sorgt regelmäßig für Verwirrung, weil man sie mal Rauber, mal Diepoldsburg nennt. Egal wie du sie nennst: Der Weitblick vom Fels ist großartig, und überlaufen ist es hier so gut wie nie. Die ganze Namensgeschichte kläre ich im Beitrag zur Burgruine Rauber.

Die Felsenburg, die zwei Namen trägt. Ein Geheimtipp für alle, die Aussicht ohne Trubel suchen.
Burg Teck
Eine Institution über Owen bei Kirchheim. Vom Parkplatz geht es direkt in den Wald, dann rund 1,5 Kilometer Fußweg hinauf. Oben wartet das bewirtschaftete Wanderheim mit Einkehr, dazu der Aussichtsturm. Burgromantik plus warme Küche, das zieht auf der Alb immer. Familienfreundlich noch dazu. Den Beitrag samt Foto-Galerie findest du bei der Burg Teck.

Die Burg Teck mit ihrem Aussichtsturm. Nach dem Aufstieg durch den Wald hast du dir die Einkehr im Wanderheim verdient.
Burg Hohenneuffen
Eine der größten Burgruinen der Alb, auf einem Spätjura-Fels bei Neuffen, 743 Meter hoch. Die Geschichte reicht bis in die Eisenzeit zurück. 1312 hielt die Burg im Reichskrieg stand, sie wurde schlicht nicht erobert. Heute lockt die beliebte Falkenschau, dazu Mittelaltermarkt und Konzerte. Lies den ganzen Beitrag zur Burg Hohenneuffen.

Die mächtige Festungsruine Hohenneuffen. Allein die Ausmaße der Anlage machen den Aufstieg lohnenswert.
Donautal: Geheimtipp über dem Fluss
Das Obere Donautal ist die wildeste Ecke der Alb. Steile Felswände, enge Flussschleifen, dazwischen Klöster und Burgen. Vom Knopfmacherfelsen schaust du fast 200 Meter senkrecht hinab auf die Donau, die Donautalbahn und in der Ferne auf Kloster Beuron. Neben dem schon erwähnten Schloss Sigmaringen versteckt sich hier noch ein echter Geheimtipp.

Der Blick vom Knopfmacherfelsen ins Obere Donautal. Wild, still, und an einem Nebelmorgen kaum zu toppen.
Burg Rechtenstein
Es gibt Orte auf der Alb, die mich auch nach unzähligen Besuchen noch packen. Als ich das erste Mal durch das enge Donautal fuhr und plötzlich dieser wuchtige Bergfried auf dem Felsen auftauchte, direkt daneben der elegante Zwiebelturm der Barockkirche, da wusste ich sofort: Hier komme ich wieder her. Burg Rechtenstein ist klein und kaum bekannt, hat aber genau den rauen Charme, für den das Donautal steht. Mehr zur Burg Rechtenstein.

Der Bergfried der Burg Rechtenstein über dem Donaudorf, daneben der Zwiebelturm der Kirche. Ein Geheimtipp, den kaum jemand auf dem Schirm hat.
Die Ostalb rund um die Drei Kaiserberge
Im Osten, rund um Schwäbisch Gmünd und Heidenheim, wird es staufisch. Hier liegt die Wiege des Geschlechts, das ganz Europa prägte, und entsprechend dicht stehen die Burgen.
Burgruine Hohenrechberg

Der Rechberg mit 708 Metern zählt zusammen mit dem Hohenstaufen (684 m) und dem Stuifen (757 m) zu den Drei Kaiserbergen bei Schwäbisch Gmünd. Oben thront die Ruine Hohenrechberg, unten liegt die Wallfahrtskirche. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis, weil du die drei Kegelberge der Reihe nach abfährst. Mehr zur Burgruine Hohenrechberg.
Burg Wäscherschloss
Klein, aber hervorragend erhalten. Das Wäscherschloss über dem Beutental liegt nur einen Steinwurf von der einstigen Stammburg der Staufer entfernt. Die wehrhaften Mauern aus Buckelquaderwerk stammen aus dem 11. Jahrhundert, als die Staufer noch Herren von Büren hießen. Heute gibt es sogar ein Burgcafé mit Kuchen und Kaffee. Geöffnet ist die Stauferburg vom 15. April bis 23. Oktober, jeweils Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr, Führung sonntags um 14:30 Uhr (Voranmeldung erwünscht). Mehr zur Burg Wäscherschloss.

Das kleine, perfekt erhaltene Wäscherschloss. Im Burgcafé bekommst du Kaffee und Kuchen, und hilfst gleichzeitig beim Erhalt der Burg.
Museum Schloss Hellenstein
Hoch über Heidenheim vereint Schloss Hellenstein gleich drei Dinge: eine Burgruine, ein Renaissanceschloss und ein Kutschenmuseum. Schon von Weitem sichtbar, ist es das Wahrzeichen der Stadt. Für Familien und Geschichtsfans ein dankbares Ziel, weil bei jedem Wetter etwas geboten ist. Mehr zum Museum Schloss Hellenstein.

Schloss Hellenstein über Heidenheim. Burgruine, Renaissanceschloss und Kutschenmuseum in einem, perfekt für einen Regentag.
Burg Katzenstein
Weniger berühmt als Teck oder Hohenzollern, aber ein echter Tipp. Die Stauferburg bei Dischingen stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert und wurde aufwendig restauriert. Der sogenannte Katzenturm sieht aus, als wäre er mit dem Felsen verwachsen. Besichtigen kannst du auch ohne Gruppenführung, dann nimmst du den Audio-Guide, den ich praktischer fand, weil man nicht im Pulk laufen muss. Mehr zur Burg Katzenstein.

Die Stauferburg Katzenstein auf ihrem Fels. Innen lohnt sich der Audio-Guide, mit dem du in deinem eigenen Tempo durchgehst.
Schloss Hohenstadt
Idyllisch in Hohenstadt in der Gemeinde Abtsgmünd gelegen, mit barockem Flair und einer Wallfahrtskirche gleich nebenan. Die eigentliche Überraschung steht gegenüber dem Schloss: einer der größten und ältesten Heckengärten in ganz Europa. Wer hätte das in einem kleinen Dorf auf der Ostalb erwartet. Eher etwas für einen ruhigen Spaziergang als für die große Besichtigung, aber genau das ist der Reiz. Mehr zum Schloss Hohenstadt.

Schloss Hohenstadt in Abtsgmünd. Gegenüber wartet ein riesiger historischer Heckengarten, ein echtes Kleinod.
Schloss Leinzell
Hier bin ich ehrlich: Extra hinfahren lohnt sich nicht wirklich. Das kleine Schloss Leinzell wurde 1650 von der Familie Lang auf den Ruinen einer im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Wehranlage gebaut, eher ein großes Haus mit Turm als ein echtes Schloss. Aber wenn du in Schwäbisch Gmünd bist und die zehn Kilometer übers Land ohnehin fährst, ist es ein netter kurzer Stopp. Die Fahrt durch die grüne Gegend ist es allein schon wert. Mehr zum Schloss Leinzell.

Das Schlösschen Leinzell. Klein, in Privatbesitz, eher ein Stopp im Vorbeifahren als ein eigenes Ausflugsziel.
Meine Tipps für deine Burgentour
Nach all den Touren am Trauf ein paar Dinge, die wirklich helfen.
Beste Zeit sind für mich Frühling und Herbst. Im Frühnebel wirken die Ruinen am magischsten, bei klarer Herbstluft trägt der Blick am weitesten. Im Hochsommer sind die beliebten Schlösser voll, die abgelegenen Ruinen wie Hohengundelfingen dagegen fast leer. Wer zu Ostern unterwegs ist, trifft auf Burg Hohenzollern das Frühlingserwachen mit geschmückten Gemächern. Und in der Adventszeit lohnt der Königliche Winterzauber auf Burg Hohenzollern, eine Sonderausstellung in den fürstlichen Gemächern, statt klassischem Weihnachtsmarkt.
Hunde sind auf den frei zugänglichen Ruinen kein Problem, an der Leine versteht sich. Einkehren kannst du direkt auf der Burg Teck, am Wanderheim Derneck und im Burgcafé im Wäscherschloss. Ein Hinweis, der Geld spart: Mit der AlbCard (bei Übernachtungen bei ausgesuchten Alb-Gastgebern) sind zahlreiche Attraktionen der Region kostenlos oder vergünstigt, vor der Anreise kurz prüfen, ob dein Ziel dabei ist.
Fotografen schicke ich immer ans Zeller Horn. Der Aussichtspunkt liegt auf 913 Metern am Albtrauf gegenüber von Burg Hohenzollern, und bei Morgennebel bekommst du genau das Bild, das die Burg über den Wolken schweben lässt. Früh aufstehen lohnt hier mehr als alles andere.

Der Blick vom Zeller Horn auf Burg Hohenzollern. Bei Nebel bekommst du hier dein Postkartenfoto, versprochen.
Unterkünfte
Hier findest Du die besten Hotels und Ferienwohnungen auf der Schwäbischen Alb. Ob du zum Shoppen nach Metzingen kommst, oder die schönsten Wanderungen und Ausflugsziele hier erleben willst. Hier findest du die optimale Unterkunft.
Häufige Fragen zu den Burgen der Schwäbischen Alb
Welche Burg auf der Schwäbischen Alb ist die schönste?
Die bekannteste ist Burg Hohenzollern. Mein persönliches Lieblingsschloss ist Sigmaringen, meine Lieblingsruine die Burg Hohengundelfingen im Großen Lautertal, weil du sie an stillen Abenden oft ganz für dich hast. Schönheit ist hier auch eine Frage von Einsamkeit.
Welche Burgen kann man kostenlos besuchen?
Frei zugänglich und ohne Eintritt sind die Ruinen Hohenurach, Hohengundelfingen, Reußenstein, Hohenhundersingen und Bichishausen. Bei Burg Hohenneuffen ist das Gelände frei, die Festung selbst gegen einen kleinen Eintritt. Die Schlösser Hohenzollern, Lichtenstein und Sigmaringen kosten Eintritt.
Welche Burg eignet sich am besten für Kinder und Familien?
Burg Katzenstein mit Mittelalterflair und Audioguide, die Teck mit Aufstieg und Einkehr, und Schloss Hellenstein in Heidenheim mit Kutschenmuseum. Hohenzollern punktet mit Pendelbus und imposanter Kulisse.
Kann man auf einer Burg der Schwäbischen Alb einkehren oder übernachten?
Ja. An der Teck und in der Burg Derneck gibt es bewirtschaftete Wanderheime, im Wäscherschloss ein Burgcafé. Übernachtungen in Burgnähe findest du außerdem über die Ferienwohnungen und Hotels der Region.
Wann ist die beste Zeit für einen Burgenbesuch?
Frühling und Herbst sind ideal: mildes Licht, weite Sicht, weniger Andrang. Im Frühnebel wirken die Ruinen besonders stimmungsvoll. In der Adventszeit lohnt der Königliche Winterzauber auf Burg Hohenzollern.
Wie komme ich zur Burg Hohenzollern?
Über die B27 nimmst du die Ausfahrt Hechingen Süd, ab dort ist alles ausgeschildert. Oben parkst du am besten auf dem höheren Parkplatz und nimmst den Pendelbus hinauf zur Burg.
Welche Burgen liegen im Großen Lautertal?
Im Großen Lautertal reihen sich auf rund 37 Kilometern 18 bis 20 Burgen und Burgstellen aneinander. Zu den schönsten gehören Burg Hohengundelfingen, die Burgruinen Hohenhundersingen und Bichishausen sowie die Burg Derneck mit ihrem Wanderheim.
Mein Fazit zu den Burgen der Alb
Zwanzig Burgen und Schlösser, zwanzig völlig verschiedene Erlebnisse. Vom Königsglanz auf Hohenzollern über das Märchenschloss an der Donau bis zur einsamen Mauer im Lautertal. Wer die Alb wirklich verstehen will, fängt hier oben an, am Trauf, wo der Stein die Geschichte trägt. Eine vollständige Übersicht mit allen Beiträgen findest du in meiner Kategorie Schlösser & Burgen. Pack feste Schuhe ein, lade die Kamera, und dann los. Wir sehen uns, auf der wunderschönen Schwäbischen Alb!


