Burgruine Hohenrechberg auf dem Rechberg bei Schwäbisch Gmünd

Heute war ich auf der Burgruine Hohenrechberg in Rechberg gelegen bei Schwäbisch Gmünd. Die Ruine Hohenrechberg liegt auf dem gleichnamigen Berg in Rechberg.

Burgruine Hohenrechberg bei Schwäbisch Gmünd

Burgruine Hohenrechberg bei Schwäbisch Gmünd

Zusammen mit dem Hohenstaufen (684 m) und Stuifen ( 757 m) wird der Rechbergg mit 708 m Höhe zu den „Drei Kaiserbergen“ gezählt. Schon bei der Anfahrt aus Schwäbisch Gmünd kann man die Burgruine sehen. Besser noch wenn man aus Göppingen anfährt.

Etwas zur Geschichte der Burg Hohenrechberg

Namentlich erwähnt wurde die Hohenrechberg im 14. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Herren von Rechberg die Stammhalter der Burg und nutzten diese als Wohnsitz. Dies war so bis ins 16. Jahrhundert hinein.

Als mittelalterliche Spornburg liegt sie im Ostalbkreis der schwäbischen Alb. Errichtet wurde sie wohl im 12. Jahrhundert. Immerhin in einer Höhe von 644 m gelegen wurde sie für die Verteidigung sehr klug auf dem immerhin 708 m hohem Rechberg errichtet.

Mit Zugbrücke für die Verteidigung erbaut

Brücke zum Eingang der Burg

Brücke zum Eingang der Burg

Zu dieser Zeit hatte sie anstatt der Brücke zur Burg eine Zugbrücke und war so sehr wehrhaft. In der Tat konnte sie nicht einmal erobert werden. Wer die Burg besichtigt dem wird schnell klar werden warum.

Stellt man sich die eingezogene Zugbrücke vor, dann kann man sich vorstellen das es sehr hohe Verluste erfordert hätte diese Burg zu erobern. Denn sie hat einen Aufbau mit mehreren Gräben, der es Angreifern sehr schwierig machte in den Kern der Burg zu gelangen.

So gibt es eine überlieferte Geschichte das in den Jahren 1448-1450 Soldaten der Städte Schwäbisch Gmünd und Schwäbisch Hall die Gegend um die Burg überfielen und ständig plünderten. Trotz ihrer Überlegenheit wagten selbst diese Kriegsleute nicht die Burg Hohenrechberg anzugreifen.

Auch im sogenannten Bauernkrieg im Jahre 1525 unterließen es die damals plündernd durch die Gegend ziehenden Bauern die Burg anzugreifen. Ein erneuter Angriff fand durch den Schmalkaldischen Bund im Jahre 1546 statt. Doch auch diese konnten nichts gegen die Wehrhaftigkeit der Burg ausrichten. Um zu zeigen wie wehrhaft diese Burg seinerseits war diese kurze Anmerkung: So haben haben die Krieger dieses Bundes danach Schwäbisch Gmünd eingenommen, was zu dieser Zeit eine viel größere Zahl an Soldaten im Sold hatte.

Im 30-jährigen Krieg erobern französische Soldaten die Burg

Erst im 30-jährigen Krieg wurde 1648 die Burg von den Franzosen besetzt. Auch zur Zeit der französischen Revolutionskriege wo die Franzosen 1796 die Burg besetzten, aber nicht zerstört haben. So musste im Jahre 1865 eine Naturkatastrophe für die Zerstörung der Burg herhalten. Ein durch Blitzschlag verursachtes Feuer zerstörte Teile Teile der Burg. Die Burg Hohenrechberg wurde zur Burgruine.

Lage und Anfahrt zur Hohenrechberg

Zum Innenhof der Burg

Zum Innenhof der Burg

An der Straße der Staufer gelegen fährt man aus Göppingen und aus Schwäbisch Gmünd zur Burgruine, dann folgt man einfach der Beschilderung zum am Fuße der Burg liegenden Ort Rechberg.

Kommt man in Rechberg an dann ist die Burg ausgeschildert. Allerdings wie auf der schwäbischen Alb (leider) üblich nicht besonders gut.

Man muss schon danach suchen um das Schild zu sehen. Ist man dann in Rechberg, so kann man die Burg nicht übersehen muss aber noch schauen wie man dorthin gelangt. Am besten parkt Ihr vor dem Gemeindehaus & Kindergarten in Rechberg. Dort sind einige Parkplätze.

Dann lauft ihr über einen kleinen Fußweg zur Burg. Auch dieser ist nicht gut beschildert. Ich muss das leider kritisieren, denn es gibt nur ein kleines Schild, was nicht mal zur Straße hin zeigt sondern im 90° Winkel zur Straße und man muss schon wissen was man sucht.

Exkurs zur touristischen Nutzung der wunderschönen schwäbischen Alb

Das ist in anderen Tourismusgebieten leider viel besser gemacht und die Burg Hohenrechberg ist so eine fantastische Burg, dass ich mich manchmal frage warum unsere Sehenswürdigkeiten auf der schwäbischen Alb so wenig touristisch genutzt werden. Auch mein Besuch in der Burg war deswegen ein wenig enttäuschend.

 

Ich habe vor dem Gemeindehaus geparkt bzw. dem Kindergarten, dann lauft ihr zwischen den Gebäuden dem kleinen Wegweiser hinterher. Habt ihr den gefunden so ist es kein Problem zur Burg. Allerdings müsste ihr den erst mal sehen. Dann geht es ca. eine 10 bis 15 Minuten geradeaus hoch bis zur Burg selber.

 

Schild zur Burggaststätte folgen

Ihr folgt dann dem Schild zur Burggaststätte und kommt dann natürlich auch zur Burg. Hochfahren und Parken kann man leider nicht, obwohl genug Freiflächen oben zur Verfügung ständen.

 

Auch mal an dieser Stelle mein Appell an die Verantwortlichen für den Tourismus in der (Ferien-??)Region: Die Zielgruppe der schwäbischen Alb sind keine 25-jährigen Sportler, sondern meist ältere Zeitgenossen, die teilweise einfach nicht mehr so gut zu Fuß sind. Auch die Burgruine Hohenrechberg kann man nur nach einem relativ steilen Fußmarsch erreichen und es gibt keinen Shuttlebusse oder sowas. Außerdem wird oben nichts geboten!

 

Da muss man sich natürlich nicht wundern, dass diese Sehenswürdigkeiten nicht besonders gut besucht sind. Die Entscheidung ist immer: will man Touristen haben oder nicht? Wenn man keine möchte, dann ist es schön wenn man nur naturverbunden bleibt und möglichst wenig tut.

 

Will man Touristen, dann muss man sagen, dass wir aus unseren Sehenswürdigkeiten so gut wie nichts machen. Lobenswerte Ausnahme ist die Burg Hohenzollern, deren Verwaltung aber der Familie obliegt und die eben selber etwas daraus gemacht haben. Shuttlebusse sind hier selbstverständlich und natürlich auch jede Menge Parkplätze. Dazu Audio-Guides, Führungen und natürlich immer zu den Öffnungszeiten auch etwas zu essen und trinken. Dazu ein Souvenirladen und so weiter. Hat man nichts davon kommen auch nur wenige, das ist doch klar. Wie soll man seine Kinder dazu motiveren so etwas zu besuchen :)

Mit solchen Angeboten verdient man übrigens dann auch Geld :)!

 

Die Burg Hohenrechberg ist fantastisch und in einer in einem Land wie Frankreich wäre diese eine touristische Attraktion ohnegleichen und würde viele tausende Besucher anlocken, die auch Geld da lassen. Allerdings könnte man hier direkt parken und es gebe Shuttlebusse. Außerdem gebe es natürlich nicht nur eine im März nicht geöffnete Gaststätte, die gerade offen hat, wenn man Glück hat.

Altes Drehkreuz zum Durchzwängen gefällig?

Altes Drehkreuz zum Durchzwängen gefällig?

Sondern es gebe hier tatsächlich auch Führungen und Audiosysteme mit denen man die Burg besichtigen könnte. Es gebe einen Kiosk mit Snacks und Getränken. Und Souvenirs, dazu natürlich ein paar fantastische (meist erfundene) Geschichten, die das Ganze drumherum interessanter machen.

Hier gibt es nichts! Eine kleine Burgschänke, die Mitte März noch nicht geöffnet ist und keine Karten zur Burg und natürlich auch keine Audioguides zur Burg. Keine visuellen Bildschirme, nichts! Ach doch: Ein abschreckendes, enges Drehkreuz durch das man sich nach Zahlung am Automaten durchzwängen muss und nicht mal genau weiß wie man da wieder rauskommt (steht nichts dran und Aufsicht habe ich keine gesehen!). Das machen bestimmt viele Leute :).

 

Dazu muss ich 10 bis 15 Minuten den Berg hochlaufen, was für mich kein Problem ist, aber wie gesagt für die Zielgruppe überhaupt nicht geeignet.

Das gleiche Thema ist auch bei anderen Ruinen und Burgen, wie z.B. der Burg Teck. Ich bin jedes Mal erstaunt wie wenig man aus unseren wunderbaren Schlössern und Burgen machen kann. Eigentlich schade. Aber zurück zum Thema.

Die Burgruine in der Neuzeit

Die Burg Hohenrechberg war bis 1986 im Besitz des der Herren von Rechberg, bzw. der Nachkommen des Adelsgeschlechts. Dann wurde die Burg im Jahre 1986 an den Göttinger Unternehmer Hans Bader verkauft. Als dieser im Jahr 2006 verstarb wurde die Burg in die Rechberg Stiftung Hans Bader übernommen. Diese „kümmert“ sich seither um die Burgruine.

Die Lage und Bauweise der Spornburg

Wall-Graben der Hohenrechberg

Wall-Graben der Hohenrechberg

Spornburgen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf dem einem Sporn eines Berges liegen. Die Hohenrechberg liegt auf dem westlichen Sporn des Rechbergs und zählt deshalb zu dieser Burgkategorie. Geschützt durch zwei angelegte Gräben hat die Kernburg Ringmauern um sich. Der Wall-Graben ist die erste Befestigungslinie mit Türmen zur Verteidigung.

Zum Eingang der Burganlage gibt es heute die steinerne Bogenbrücke, damals war dies auch eine Zugbrücke. Aber selbst wenn man den Wallgraben eingenommen hatte, hatte man eine weitere Verteidigungsmauer zu überwinden.

Diese wurde durch den Zwinger geschützt und konnte hervorragend verteidigt werden. Auch die innere Burganlage hat eine eigene Zugbrücke mit der man den Zugang dicht machen konnte. Also kein Wunder, dass die Burganlage kaum eingenommen wurde.

Meine Fotogallerie

Tipp von Alex

Besucht die Burg Hohenrechberg an einem sonnigen Nachmittag und geniesst die wunderbare Aussicht auf die Orte und Kaiserberge. Hier ist selten etwas los und man kann ganz in Ruhe die Burgruine ansehen und die Aussicht geniessen.

Über eure Anmerkungen und Kommentare freue ich mich.

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