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Naturschutzgebiet Schopflocher Moor – Hochmoor auf der schwäbischen Alb

Kurz nach Ochsenwang auf der schwäbischen Alb gelegen ist das Naturschutzgebiet Schopflocher Moor. Das Schopflocher Moor ist das einzige Hochmoor auf der schwäbischen Alb. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die schwäbische Alb überwiegend aus Kalkstein besteht.

Holzdielenweg durch das Schopflocher Moor
Holzdielenweg durch das Schopflocher Moor

Kalkstein hat die Eigenschaft, dass Wasser bzw. Regen oder Niederschlagswasser sehr schnell versickert und deswegen gibt es auf der schwäbischen Alb auch so viele Höhlen (z.B. die Nebelhöhle, Bärenhöhle oder Schertelshöhle). Das Wasser versickert und fließt unterirdisch weiter. Dabei haben sich über die Jahrhunderte viele Höhlen gebildet.

Übrigens auch ein Grund dafür, dass die schwäbische Alb immer schon ein recht karges Gebiet war. Gerade für die Bauern ein schweres Los, da der Niederschlag schnell versickerte und aufgrund der kalksteinhaltigen Böden auch die Landwirtschaft sehr mühsam ist. Wer auf der schwäbischen Alb unterwegs ist, der wird auch immer wieder Äcker finden wo viele Steine sind und das macht es natürlich schwierig.

Dazu die Wasserarmut, da es hier auf den Hochalbflächen kaum Bäche und Flüsse gibt, da das Wasser ja wie gesagt schnell durch den Kalkstein durchsickert.

Video vom Schopflocher Moor

Wie konnte sich dann das Schopflocher Moor bilden?

Infotafel vor dem Moor
Infotafel vor dem Moor

Die Besonderheit beim Schopflocher Moor liegt darin, dass sie auf einem ca. 17 Millionen Jahre alten Vulkanschlund liegt. Auf diesem Vulkanschlot bildete sich eine flache Mulde, die eine Wasser stauende Lehmschicht enthielt. Man schätzt, dass nach dem Ende der Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren hier ein See entstand.

Starke Niederschläge sorgten dann dafür, dass das Wachstum von Torfmoosen unterstützt wurde. Bis schließlich der See im Laufe der Zeit verlandete und sich dann das Schopflocher Moor bildete. In unserer heutigen Zeit sind davon allerdings nur noch Restgebiete aufzufinden.

Rundweg durch das Schopflocher Moor

Der schwäbische Albverein hat einen sehr schönen Rundweg durch das Schopflocher Moor angelegt. Auf einem 2 km langen, sehr leicht begehbaren Weg kann man die Schönheit des Hochmoors auf der schwäbischen Alb selber erleben. Dabei führt der gut ausgeschilderte Rundweg teilweise über einen Holzschwellenweg durch den sagenhaft schönen Teil des Moores.

Der ganze Weg liegt in der Sonne und ist deshalb ideal geeignet für einen schönen Sommertag oder auch einen sonnigen Wintertag.

Einige Fakten zum Hochmoor

Das Schopflocher Moor
Das Schopflocher Moor

Im Jahre 1942 wurde das Moor zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat 2007 den Bereich des Naturschutzgebietes auf 76 ha vergrößert. Das Ziel ist die der Schutz und die Erhaltung des einzigen und bedeutenden Moores auf der schwäbischen Alb. Denn die Pflanzenwelt und die Tierarten dieses Lebensraumes sind schützenswert und man findet zum Beispiel:

  • Fieberklee
  • Flügelginster
  • Schöllkraut
  • Wollgras
  • Schachtelhalm
  • Sumpf-Blutauge

Dazu geschützte Tierarten wie:

  • Sumpfrohrsänger
  • Weidenmeise
  • Mäuse und Eidechsen
  • Schmetterlinge und Libellen
  • Heuschrecken
  • Waldeidechsen

Um eine weitere Austrocknung des Moors zu verhindern werden seit 1976 verschiedenste Maßnahmen eingesetzt, um eine sogenannte Wiedervernetzung des Moores durchzuführen. 75 % des Schutzgebietes ist im Eigentum des schwäbischen Albvereins.

Weitere Infos zur Wiedervernetzung des Schopflocher Moors finden sich auch auf der Internetseite der NABU Baden Württemberg.

Auch für Rollstuhlfahrer geeignet

Der Rundweg durch das Schopflocher Moor ist auch für Rollstuhlfahrer durchaus geeignet (Schwierigkeitsgrad 2). Dabei ist der Holzschwellenweg eine kurze Strecke die direkt durch die Schönheit des Torfhügels führt. Ungefähr die Hälfte des Weges ist dieser Holzschwellenweg und hier ist aber auch dafür gesorgt worden, dass Rollstuhlfahrer tatsächlich relativ leicht durchkommen. Beachten sollten Sie aber, dass bei Nässe Rutschgefahr besteht.

Das Schopflocher Moor ist beliebt

Landgasthof Albengel (Otto-Hoffmeister Haus)
Landgasthof Albengel (Otto-Hoffmeister Haus)

Geschätzt 50.000-60.000 Besucher kommen jährlich hierher um die Naturschönheit dieses Hochmoores auf der schwäbischen Alb genießen zu können. Da die Gaststätte Otto-Hoffmeister Haus direkt hier ist und der Parkplatz quasi direkt vor dem Gasthaus Albengel (Otto-Hoffmeister Haus) ist kann man nach einem schönen Spaziergang auch gleich ein leckeres Essen genießen.

Ich selber habe hier auch schon öfters gegessen und kann das Gasthaus nur wärmstens empfehlen. Ein wunderschöner Ausklang eines schönen Rundweges, wenn man hier einkehrt um Speis und Trank in netter Gesellschaft zu genießen.

Noch etwas Geschichte

Das Schopflocher Moor war bis zum Jahre 1784 nur eine Naturschönheit. Erst dann begannen die Menschen hier auf der schwäbischen Alb eine Entwässerung durchzuführen um das Torf zu stechen. Denn im 19. Jahrhundert benutzte man diesen Torf als Brennmaterial um unter anderem zu heizen. Auch noch bis zum Jahre 1931 wurde der Torf noch für den Gartenbedarf abgebaut und dann wurde der Abbau eingestellt.

Später bis in die sechziger Jahre nutzte man das abgebaufte Moor als Streuwiese zur Gewinnung von Einstreu für den heimischen Stall. Erst nach Ende dieser Nutzung wuchsen hier verstärkt Hochstauden und Gehölze.

Routenbeschreibung

Der Rundweg hat wie schon geschrieben eine Länge von ca. 4 km und ist daher ein bequemer Spaziergang. Ich favorisiere direkt über den Holzdielenweg zu laufen, weil dies der schönere Abschnitt des Schopflocher Moor ist. Dafür parkt ihr am Wanderparkplatz direkt am Otto-Hoffmeister Haus und lauft dann vor um nach einem Weidezaun direkt nach dem Ende des Parkplatzes direkt rechts abzubiegen. Hier würde übrigens ein gut sichtbarer Wegweiser helfen. Denn gibts es nämlich nicht.

Ihr lauft dann direkt auf dem Holzdielenweg auf den Vulkanschlund zu. Auf den Fotos und in meiner Fotogalerie könnt ihr das sehen. Übrigens führt diese Anfangsweg über die Wiese, also nicht wundern. Nachdem ihr über die Wiese gelaufen seid kommt ihr dann auf den Holzdielenweg.

Und weil ich hier Anfang Januar unterwegs bin – und wie ihr auf den Fotos und Videos seht – es etwas Schnee gibt sind dann auch diese Holzdielen rutschig. Achtet also darauf, dass ihr geeignete Schuhe habt und trotzdem immer darauf achten, dass ihr nicht wegrutscht (Nur bei Nässe).

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