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Albblicke – Geschichten hinter den Momenten: Schloss Lichtenstein

Das Märchenschloss über dem Echaztal

Schloss Lichtenstein

Das Schloss Lichtenstein – ein Märchen aus Stein auf der Schwäbischen Alb

In unserer Rubrik „Albblicke – Geschichten hinter den Momenten“ präsentieren wir dir regelmäßig besondere Momente und Orte der Schwäbischen Alb, eingefangen in einem einzigen Foto. Heute blicken wir auf eines der faszinierendsten Bauwerke unserer Region: Schloss Lichtenstein, das majestätisch auf einem steilen Felsen über dem Echaztal thront. Wir nehmen dich mit auf eine Reise, die sowohl die atemberaubende Schönheit als auch die außergewöhnliche Geschichte dieses einzigartigen Ortes enthüllt – eines Schlosses, das buchstäblich aus einem Roman heraus geboren wurde.

Wenn du zum ersten Mal vor diesem Bauwerk stehst, wirst du verstehen, warum es den Beinamen „Märchenschloss Württembergs“ trägt. Der charakteristische weiße Turm, die romantischen Zinnen und Erker, die dramatische Lage auf dem Felssporn – all das wirkt wie aus einem Bilderbuch entsprungen. Und tatsächlich hat dieses Schloss eine Geschichte, die selbst märchenhafter kaum sein könnte.

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Wie ein Roman ein Schloss erschuf – Die unglaubliche Geschichte des Lichtensteins

Was heute als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Schwäbischen Alb gilt, verdankt seine Existenz einem jungen Schriftsteller aus Stuttgart: Wilhelm Hauff. Der begabte Autor, der später vor allem für seine Märchen berühmt werden sollte, veröffentlichte im Jahr 1826 seinen historischen Roman „Lichtenstein – Romantische Sage aus der württembergischen Geschichte“. Hauff war gerade einmal 23 Jahre alt, als er dieses Werk vollendete, das die Literaturwelt im Sturm erobern sollte.

Schloss Lichtenstein mit dem markanten weißen Turm

Das Märchenschloss mit dem charakteristischen weißen Turm

Der Roman erzählt die Geschichte des verarmten fränkischen Adeligen Georg von Sturmfeder, der sich in Marie von Lichtenstein verliebt. Vor dem historischen Hintergrund der Fehde zwischen Herzog Ulrich von Württemberg und dem Schwäbischen Bund im Jahr 1519 entfaltet sich eine packende Ritter- und Liebesgeschichte. Hauff ließ seinen Herzog Ulrich sich in der nahegelegenen Nebelhöhle vor seinen Feinden verstecken – eine Episode, die bis heute die Besucher der Region fasziniert.

Das Besondere an Hauffs Roman war nicht nur seine spannende Handlung, sondern auch die liebevolle Beschreibung der schwäbischen Landschaft. An der Stelle, wo heute das Schloss steht, befand sich damals nur eine verfallene mittelalterliche Ruine. Doch Hauffs bildgewaltige Schilderungen erweckten die alte Burg in der Fantasie der Leser zu neuem Leben.

Der Erfolg des Romans war überwältigend. Und hier wird die Geschichte wahrhaft märchenhaft: Wilhelm Graf von Württemberg, der spätere erste Herzog von Urach und Vetter des württembergischen Königs, war so begeistert von Hauffs Werk, dass er beschloss, die literarische Vision in Stein umzusetzen. 1837 erwarb er das Gelände samt dem verfallenen Forstschlösschen und beauftragte den Architekten Carl Alexander Heideloff mit dem Bau einer romantischen Ritterburg im Stil des Mittelalters.

Von der Vision zur Wirklichkeit – Der Bau des Traumschlosses

Zwischen 1840 und 1842 entstand auf dem steilen Felskegel über dem Echaztal jenes Schloss, das wir heute bewundern können. Graf Wilhelm war nicht nur Auftraggeber, sondern brachte sich mit seinem kunsthistorischen Wissen und seiner Leidenschaft für das Mittelalter aktiv in die Gestaltung ein. Als Vorsitzender des Württembergischen Altertumsvereins verfügte er über ein tiefes Verständnis für historische Architektur.

Schloss Lichtenstein in seiner ganzen Pracht

Eine Burg wie aus dem Märchenbuch – Schloss Lichtenstein in seiner ganzen Pracht

Der Neubau bezog die noch vorhandenen mittelalterlichen Mauern bis zum zweiten Stockwerk mit ein und schuf so eine authentische Verbindung zur Vergangenheit. Die Nebengebäude, der Burghof und eine Ringmauer mit bastionsartigen Türmen vervollständigten die Anlage. Der Nürnberger Maler Georg Eberlein übernahm die kunstvollen Wandmalereien in den Innenräumen. 1842 wurde das Schloss schließlich in Anwesenheit des Königs feierlich eingeweiht.

Das Ergebnis ist weltweit einzigartig: Schloss Lichtenstein ist eines der wenigen Schlösser, die direkt durch ein literarisches Werk inspiriert wurden. Während andere berühmte Burgen wie Neuschwanstein oder die Wartburg auf bestehenden historischen Grundlagen aufbauten, wurde hier ein Roman in Architektur verwandelt. Das Schloss befindet sich übrigens bis heute im Besitz der herzoglichen Familie.

Ein Schloss wie aus dem Märchen – Filmkulisse und Besuchermagnet

Schloss Lichtenstein im Winter bei strahlendem Sonnenschein

Die märchenhafte Ausstrahlung des Schlosses blieb auch der Filmbranche nicht verborgen. Im Jahr 2009 wurde Schloss Lichtenstein zur Kulisse für die ARD-Neuverfilmung des Grimm’schen Klassikers „Dornröschen“ im Rahmen der beliebten Reihe „Acht auf einen Streich“. Mit Hannelore Elsner in einer der Hauptrollen und unter der Regie von Oliver Dieckmann verwandelte sich das württembergische Märchenschloss in jenes verwunschene Königsschloss, in dem Dornröschen ihren hundertjährigen Schlaf schlief.

Die Wahl des Drehortes war kein Zufall: Die romantischen Türmchen, die dramatische Lage auf dem Felsen und die mystische Atmosphäre machten Schloss Lichtenstein zur perfekten Verkörperung eines Märchenschlosses. Der Film wurde am 26. Dezember 2009 erstausgestrahlt und verzauberte Millionen von Zuschauern. Doch es war nicht das erste Mal, dass Kameras hier rollten – bereits 1958 wurden Szenen des Films „Kleine Leute mal ganz groß“ auf dem Lichtenstein gedreht.

Schloss Lichtenstein im Winter mit bedecktem Himmel

Heute zählt Schloss Lichtenstein zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Baden-Württembergs. Die exponierte Lage auf 817 Metern Höhe bietet einen atemberaubenden Blick über das Echaztal und die weite Landschaft der Schwäbischen Alb. Schon der Schlosshof allein, der auch ohne Führung zugänglich ist, begeistert mit historischen Details wie mittelalterlichen Kanonen und natürlich der spektakulären Aussicht.

Die Schätze im Inneren – Was dich bei einer Führung erwartet

Wer das Schloss von innen erleben möchte, kann dies im Rahmen einer etwa 30-minütigen Führung tun. Über eine historische Zugbrücke gelangst du in die Innenräume, die seit dem 19. Jahrhundert nahezu unverändert erhalten sind. Die Räume spiegeln die Begeisterung für das idealisierte Mittelalter wider, die in der Romantik so verbreitet war.

Schloss Lichtenstein - das schönste Schloss der Region

Das schönste Schloss der Region – ein absoluter Traum

Bei der Führung entdeckst du alte Rüstungen und Waffen, wertvolle Sammlerstücke des Grafen Wilhelm, kunstvoll verzierte Fenster, Wände und Decken sowie Gemälde berühmter Künstler. Besondere Highlights sind der legendäre „Schuss in den Ofen“, das angeblich längste Sektglas der Welt und ein geheimnisvolles Bild, das dem Betrachter mit den Augen zu folgen scheint. Auch von einem Geheimgang wird erzählt, der vor hundert Jahren noch begehbar gewesen sein soll.

Und mit etwas Glück begegnest du vielleicht sogar Alfons, dem freundlichen Schlossgespenst, das besonders die kleinen Besucher verzaubert. Das Schloss hat diesem sympathischen Geist sogar ein eigenes Lied und Malvorlagen gewidmet – ein weiterer Beweis dafür, wie lebendig die Märchentradition hier gepflegt wird.

Der perfekte Ausflugstag – Mehr als nur ein Schlossbesuch

Aussicht vom Schloss Lichtenstein im Winter

Ein Besuch auf Schloss Lichtenstein lässt sich wunderbar mit weiteren Attraktionen in der Umgebung verbinden. Direkt am Parkplatz findest du die Schlossschenke, wo du dich mit schwäbischen Spezialitäten stärken kannst. Für die kleinen Besucher gibt es einen Abenteuerspielplatz mit Schaukeln, Rutschen und sogar einer Grillmöglichkeit. Das Alte Forsthaus, nur wenige Schritte entfernt, bietet eine herrliche Sonnenterrasse mit Panoramablick ins Tal.

Wanderfreunde aufgepasst: Vom Schloss aus führt der Premiumwanderweg „Hochgehträumt“ entlang beeindruckender Aussichtsfelsen zur mystischen Nebelhöhle – jener Tropfsteinhöhle, in der sich nach Wilhelm Hauffs Roman Herzog Ulrich von Württemberg versteckt haben soll. Die Nebelhöhle ist eine der schönsten Schauhöhlen der Region und definitiv einen Abstecher wert. Auch die nahegelegene Bärenhöhle mit ihren faszinierenden Karstformationen ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Übrigens liegt das Schloss Lichtenstein direkt am Schwäbische Alb Nordrand-Weg (HW 1). Wenn du also eine Fernwanderung planst, solltest du diesen magischen Ort unbedingt in deine Route einplanen. Das Wilhelm-Hauff-Museum im nahen Honau bietet zudem spannende Einblicke in Leben und Werk des berühmten Schriftstellers.

Spektakulärer Ausblick vom Schloss Lichtenstein

Der Ausblick vom Schloss ist einfach spektakulär

Dein Besuch auf Schloss Lichtenstein – Erlebe das Märchen selbst

Hast du Schloss Lichtenstein schon einmal besucht? Vielleicht erinnerst du dich noch an deinen ersten Eindruck, als du das Märchenschloss zum ersten Mal erblickt hast? Oder planst du gerade deinen Ausflug dorthin? Egal ob du die romantische Geschichte des Schlosses erkunden, die spektakuläre Aussicht genießen oder einfach in eine Welt der Ritter und Burgfräulein eintauchen möchtest – Schloss Lichtenstein wird dich nicht enttäuschen.

Besonders empfehlenswert ist ein Besuch im Frühling, wenn die Natur rund um das Schloss erwacht, oder im Herbst, wenn sich die Wälder des Echaztals in ein buntes Farbenmeer verwandeln. Aber auch im Winter, wenn Schnee die Türme und Zinnen bedeckt, entfaltet das Schloss seinen ganz besonderen Zauber.

Träumst du von einer Märchenhochzeit? Auch das ist auf Schloss Lichtenstein möglich. Im romantisch eingerichteten Standesamtszimmer im Gerobau kannst du den Bund fürs Leben schließen und anschließend bei einem Sektempfang im historischen Schlosshof auf eure gemeinsame Zukunft anstoßen.

Ein steinernes Märchen auf der Schwäbischen Alb

Schloss Lichtenstein ist mehr als nur ein historisches Gebäude – es ist ein Zeugnis der Kraft der Fantasie und der Sehnsucht nach einer romantischen Vergangenheit. Hier wird spürbar, wie Literatur und Geschichte, Traum und Wirklichkeit miteinander verschmelzen können. Was Wilhelm Hauff vor fast 200 Jahren in Worte fasste, wurde in Stein verwandelt und bezaubert bis heute Menschen aus aller Welt.

Die Schwäbische Alb zeigt uns mit diesem Ort, wie wertvoll und einzigartig unsere Region ist. Schloss Lichtenstein steht nicht nur für die Schönheit unserer Landschaft, sondern auch für den Ideenreichtum und die Leidenschaft der Menschen, die hier gelebt haben. Es ist ein Schatz, den es zu bewahren und zu erleben gilt – ein Stück lebendige Geschichte, das uns daran erinnert, dass Märchen manchmal wahr werden können.

Teile deine Erlebnisse und Eindrücke vom Schloss Lichtenstein gerne in den Kommentaren! Ich freue mich auf deine Geschichten.

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Wir sehen uns – auf der wunderschönen Schwäbischen Alb!

Besucherinformationen Schloss Lichtenstein

  • Adresse: Schloss Lichtenstein 1, 72805 Lichtenstein
  • Telefon: 07129 4102
  • Öffnungszeiten:
    • April – Oktober: täglich 9:00 – 18:00 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr)
    • März, November – Dezember: täglich 10:00 – 16:00 Uhr (letzter Einlass 15:30 Uhr)
    • Januar & Februar: Winterschlaf (geschlossen)
    • An Weihnachten (24., 25. und 26. Dezember) geschlossen
  • Eintrittspreise Schlosshof:
    • Erwachsene: 5,– €
    • Ermäßigt (Rentner, Studenten, etc.): 4,– €
    • Kinder (6–16 Jahre): 3,– €
  • Schlossführung (inkl. Schlosshof):
    • Erwachsene: 14,– €
    • Ermäßigt: 12,– €
    • Kinder (6–16 Jahre): 8,– €
    • Dauer: ca. 30 Minuten, alle 20 Minuten
  • Parkplatz: Ca. 300 m vom Schloss entfernt, Tagesticket 2,– €
  • Zahlung: Nur Barzahlung an der Kasse!
  • Hunde: Im Schlosshof an der Leine erlaubt, bei Führung nur wenn tragbar

  • Wichtig: Ca. 70 steile Stufen bei der Führung – bequemes Schuhwerk empfohlen!
  • Google Maps: Schloss Lichtenstein auf Google Maps
  • Mehr Infos: www.schloss-lichtenstein.de

 

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Alexander

Hallo, ich bin Alexander und bin der Betreiber dieses Blogs. Die Liebe zur Schwäbischen Alb habe ich schon in jungen Jahren entdeckt. Die unberührte, raue Natur der Alb hat mich schon immer in den Bann gezogen. Besuche mit mir die schönsten Orte auf der Schwäbischen Alb. Denn die Natur macht glücklich.

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